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aus "fvw" Ausgabe 26/07 vom 26.10.2007
Stimmt die Adresse auch?
HighTech hilft Versand auf die Sprünge
Wochenlang hatte das Hotel die Marketing-Aktion geplant: Mit Geschenkpaketen sollten Neukunden in Stammkunden verwandelt werden. Doch die Aktion scheiterte teils schon zu Beginn: Eine große Anzahl der Päckchen kam zurück - falsche oder ungenaue Adresse war angemerkt.
Dieses Beispiel ist zwar fiktiv, doch für Cagdas Gandar, Account Manager Hotel und Touristik bei IT-Dienstleister Addressdoctor, durchaus realistisch: "Unscheinbar, aber wichtig: Die Grundlage für solche Aktivitäten sind stets korrekte Adressen." Die Firma aus Maxdorf bei Mannheim konzentriert sich auf die Korrektur weltweiter Adressdaten.
Dazu hat Addressdoctor seit den 90er Jahren eine mächtige Datenbank aufgebaut mit Infos zu Postleitzahlen, Orten, Straßen, Provinzen und Postfächern in nunmehr 240 Ländern. Diese stetig aktualisierten Daten bekommt das IT-Haus von Postgesellschaften und großen Firmen, hier zu Lande etwa Post und Bertelsmann.
Dabei geht es um rein postalische Daten. Personalisierte Suchen - ob etwa ein Name zu einer Adresse gehört - "sind aus Datenschutzgründen nicht möglich", erläutert Gandar. Doch schon die puren Adressdaten sind eine Hilfe, bedenkt man, wie schnell am Hotelschalter oder Reisebüro-Counter eine Adresse falsch eingegeben ist.
Gerade im internationalen Bereich schleichen sich fix Fehler ein, sei es wegen unterschiedlicher Anordnung oder Schreibweisen. Gandar: "Es gibt weltweit 100 Adressformate." Diese sind wie fremde Schriften hinterlegt und werden angepasst.
Der Kunde kann auf vielen Wegen die Datenbank nutzen. Der simpelste Zugang ist eine Postleitzahlenabfrage auf der Addressdoctor-Seite. Als weitere Möglichkeit kann man Adressdaten in einem Excel-Dokument korrigieren lassen. Dazu muss ein Plug-in installiert werden. Dann lassen sich aus Excel heraus die Adressen online prüfen - per DSL etwa 250 Adressen in fünf Minuten.
Wer mehr Datenvolumen gepflegt haben will, nutzt das Data Quality Center von Addressdoctor. Dazu lädt man per Browser-Schnittstelle Adressen bis zu 100 Megabyte Umfang hoch. Neben Korrektur ist im Data Quality Center die Dubletten- und in ausgewählten Ländern wie Deutschland die Umzugsprüfung möglich.
"Wir sagen dem Kunden dann, ob Herr Müller noch in der Hauptstraße wohnt", so Gandar. Dafür muss aber eine Datenschutzerklärung unterschrieben werden. Zuletzt lässt sich Addressdoctor noch als Web-Service in Tools wie Web-Shops oder CRM-Systeme von Call Centern integrieren zum Beispiel zur Adressergänzung - oder für extra sichere Bearbeitung sogar lokal installieren.
Umsonst ist das Ganze nicht: Abgerechnet wird etwa bei der Excel-Anwendung oder beim Data Quality Center pro Adresscheck, also pro Transaktion. Diese lassen sich in Paketen erstehen - Beispiele: 5000 Transaktionen für 250
Euro oder 100.000 für 3000 Euro.
Die Maxdorfer sind längst auch in der Touristik gelandet. Große Hotelketten wie Steigenberger zählen zu ihren Kunden, und die Anwendung ist in das neuste Hotelsystem von Micros Fidelio eingebunden. Auch an Reisebüro-Counter finden die Daten Verwendung, etwa über das Midoffice von Sabre oder die IBE und das Counter-Tool Cosmo von Traffics. (Philip Stirm)
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